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 <title>www.piratenpartei-hamburg.de - Hamburger Haushalt</title>
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 <title>Offener Brief zur Haushaltslage Hamburgs</title>
 <link>http://www.piratenpartei-hamburg.de/artikel/2010-06-17/offener-brief-zur-haushaltslage-hamburgs-1</link>
 <description>&lt;p&gt;
	17.06.2010&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	Offener Brief zur Haushaltslage Hamburgs&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	Sehr geehrter Herr B&amp;uuml;rgermeister von Beust,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	wir Hamburger PIRATEN sind wie alle B&amp;uuml;rgerinnen und B&amp;uuml;rger dieser Stadt auch nach Ihrer gestrigen Regierungserkl&amp;auml;rung unver&amp;auml;ndert tief besorgt &amp;uuml;ber Ihre nunmehr best&amp;auml;tigte Ank&amp;uuml;ndigung vom 27.05.2010, die Ausgaben Hamburgs ab n&amp;auml;chsten Jahr um 550 Millionen Euro und ab 2014 gar um eine Milliarde senken zu wollen. Wir hegen die starke Bef&amp;uuml;rchtung, dass dies &amp;ndash; wie Sie zuerst angek&amp;uuml;ndigt haben &amp;ndash; einen &amp;bdquo;tabulosen&amp;ldquo; weiteren Raubbau an unserem Sozialgef&amp;uuml;ge bedeutet und gerade auch zu Lasten von Einkommensschwachen gehen wird, auch wenn Sie nunmehr das Gegenteil behaupten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Zudem sind wir sehr befremdet &amp;uuml;ber Ihre erneut best&amp;auml;tigte Aussage, die Politik der letzten Jahre sei &amp;bdquo;vom Prinzip Hoffnung&amp;ldquo; getragen gewesen. Jahr um Jahr hat der Landesrechnungshof in seinen Ergebnisberichten nicht nur die Verschwendung von Mitteln aufgedeckt, sondern auch M&amp;ouml;glichkeiten der Einsparung und Schuldenr&amp;uuml;ckf&amp;uuml;hrung aufgezeigt. So ist in der aktuellen Pressemitteilung des Landesrechnungshofes vom 10.05.2010 nachzulesen, dass der Senat die in 2007 und 2008 bestehende Chance auf eine nachhaltige Verbesserung der Haushaltslage nicht genutzt hat. Im Gegenteil wurden demnach sogar Ausgaben get&amp;auml;tigt, die nachfolgende Haushalte erheblich belasten werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Dies zeigt deutlich, dass seit Jahren und gerade in Ihrer Amtszeit eine Haushaltspolitik wider jede Vernunft betrieben wurde. Die Kosten f&amp;uuml;r dieses Politikversagen sollen, wenn es nach Ihnen geht, die B&amp;uuml;rgerinnen und B&amp;uuml;rger der Freien und Hansestadt Hamburg tragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Letztlich wird Hamburg vermutlich wirklich nicht darum herumkommen, die von Ihnen und Ihrer Regierung aufgemachte Rechnung zu begleichen. Dies ist jedoch durchaus schonender m&amp;ouml;glich, n&amp;auml;mlich durch Herstellung von mehr Steuergerechtigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Zu Recht ist aktuell die erm&amp;auml;&amp;szlig;igte Umsatzsteuer von 7% f&amp;uuml;r Hotel&amp;uuml;bernachtungen in der Diskussion. Allein die R&amp;uuml;ckg&amp;auml;ngigmachung des von der FDP seinerzeit initiierten Hotel-privilegs bringt Hamburg eine j&amp;auml;hrliche Mehreinnahme von ca. &amp;euro; 30 Millionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wir raten dar&amp;uuml;ber hinaus dringend zu einer weiteren &amp;Uuml;berpr&amp;uuml;fung von Umsatzsteuerregelungen, insbesondere der erm&amp;auml;&amp;szlig;igten Umsatzsteuers&amp;auml;tze. Urspr&amp;uuml;nglich sollte der erm&amp;auml;&amp;szlig;igte Umsatzsteuersatz vor allem jenen zugute kommen, die besonders von indirekten Steuern betroffen sind &amp;ndash; Geringverdiener, Rentner, Familien. Die aktuellen Regelungen vernachl&amp;auml;ssigen dieses Prinzip oder lassen gar den Einfluss von&amp;nbsp; Lobbyisten erkennen, die sich zu Lasten der Allgemeinheit Vorteile f&amp;uuml;r eine Minderheit sichern wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wir, die Hamburger PIRATEN, fordern daher dringend, insbesondere auf folgende &amp;Auml;nderungen hinzuwirken:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Widerruf des FDP-Hotelprivilegs&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Abschaffung der umsatzsteuerlichen Privilegierung von Gewerbebauten (sog. Umsatzsteueroption)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Aufhebung der Umsatzsteuerfreiheit f&amp;uuml;r Bausparkassen- und Versicherungsvertreter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Streichung des erm&amp;auml;&amp;szlig;igten Steuersatzes auf zahntechnische Leistungen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Voller Umsatzsteuersatz auf alle Blumen, Zierpflanzen und lebende Tiere - egal ob es sich um Zucht-, Nutz-, Schlacht- oder Haustiere handelt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ebenso unverminderte Umsatzsteuer auf Futtermittel, R&amp;uuml;ckst&amp;auml;nde der Lebensmittelindustrie, tierische und pflanzliche D&amp;uuml;ngemittel&lt;br /&gt;
	&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
	19 % Umsatzsteuer auch bei Take-Away-Gesch&amp;auml;ften&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wie bereits vom Landesrechnungshof angemahnt, fordern wir Sie zudem auf, daf&amp;uuml;r Sorge zu tragen, dass die eklatanten M&amp;auml;ngel in der Steuerverwaltung bei der Pr&amp;uuml;fung der Umsatzsteuerpflicht, die infolgedessen zu erheblichen Einnahmeausf&amp;auml;llen f&amp;uuml;hren, umgehend beseitigt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wir gehen davon aus, dass allein dieses Ma&amp;szlig;nahmeb&amp;uuml;ndel Hamburg Steuermehreinnahmen von &amp;uuml;ber 100 Millionen Euro bringen w&amp;uuml;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Zur weiteren Deckung des Haushaltsbedarfs favorisieren die Hamburger PIRATEN eine &amp;Ouml;ffnung der Gewerbesteuer zu den freien Berufen. Es ist letztlich nicht einsehbar, dass ein kleiner Handwerksbetrieb mit schmalen Gewinnen Gewerbesteuer zahlt, aber etwa eine Rechtsanwaltssoziet&amp;auml;t oder Zahnarztpraxis nicht. Die hieraus erwachsenden Gewerbesteuer-mehreinnahmen erm&amp;ouml;glichten sogar eine Erh&amp;ouml;hung des Gewerbesteuerfreibetrags und damit eine Entlastung von Klein- und Kleinstbetrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die Hamburger PIRATEN gehen davon aus, dass eine drastische Beschneidung des Umsatzsteuerkatalogs und ein Umbau der Gewerbesteuer grunds&amp;auml;tzlich dazu geeignet sind, die von Ihnen bezifferten Summen aufzubringen. Die weiteren vom Landesrechnungshof vorgebrachten Einsparm&amp;ouml;glichkeiten sollten ihr &amp;Uuml;briges tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wir fordern Sie dazu auf, all Ihren Einfluss geltend zu machen, damit diese steuerlichen &amp;Auml;nderungen umgehend erfolgen, um die finanzielle Lage unserer Stadt zu verbessern. Es sollten nicht ausgerechnet die ohnehin finanziell schw&amp;auml;cher gestellten B&amp;uuml;rgerinnen und B&amp;uuml;rger die Hauptlast Ihrer verfehlten Finanzpolitik zu tragen haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Mit freundlichen Gr&amp;uuml;&amp;szlig;en&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Vorstand&lt;br /&gt;
	Piratenpartei Deutschland&lt;br /&gt;
	Landesverband Hamburg&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
	&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
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 <pubDate>Thu, 17 Jun 2010 13:15:55 +0000</pubDate>
 <dc:creator>Paul Meyer-Dunker</dc:creator>
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