Bericht vom CCday am 8.8.2009
Am 8. August fand der erste von der Piratenpartei Hamburg initiierte und organisierte CC-Day im Waagenbau Hamburg statt. Es war ein schwieriges Datum, denn das Festival, in dessen Rahmen unter dem freien Lizenzmodell „Creative Commons“ publizierte Werke präsentiert wurden, musste nicht nur mit dem Welt-Astra-Tag und dem Christopher-Street-Day konkurrieren, sondern auch mit dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga.
Trotz dieser widrigen Bedingungen fanden zahlreiche Besucher ihren Weg in den Hamburger Waagenbau, dessen katakombenähnliche Atmosphäre einen originellen und ansprechenden Rahmen für das vielfältige und kontrastreiche Programm bot.
Den Auftakt bildeten einige Animationsfilme, auf die der Film Route 66 folgte, ein meditatives Roadmovie über drei Deutsche, die die USA auf dieser berühmten Fernstraße queren wollen und nicht imstande sind, einen funktionstüchtigen Wagen aufzutreiben. Filmfreunde konnten sich außerdem noch über die Dokumentation Empire St. Pauli freuen, die die fortschreitende Gentrifizierung des berühmten Stadtteils thematisiert.
Parallel dazu fanden Lesungen und ein Vortrag statt. Eine Einführung in die Idee des Creative-Commons-Lizenzmodells bot ein Auszug aus dem Werk „Free Culture“ von Lawrence Lessig. Der Autor beschreibt Creative Commons als Mittelweg zwischen den herkömmlichen Urheberrechtsmodellen, die den Anforderungen der modernen Zeit nicht gerecht werden können und der „Alles-frei-alles-kostenlos“-Kultur, die den Benutzern zeitgenössischer Medien oft zu Unrecht vorgeworfen wird. Eine weitere Einführung in die Welt der frei nutzbaren Inhalte boten Julian Finns Vortrag "Wissensallmende" und die Vorführung eines Wahlwerbespots für die Piratenpartei. Der Designstudent Christopher Grabinski, Schöpfer des Spots, verwies ausführlich auf die kreativen Möglichkeiten, die Creative Commons Kulturschaffenden bietet. Außerdem las Evrim Sen aus seinem Werk "No Copy". Der Bereich Belletristik wurde durch Christian Günther mit seiner Science-Fiction-Erzählung "Black Rainbow" würdig repräsentiert.
Den Abschluss bildeten musikalische Darbietungen von EliQuez + June und Jary & Aytef. Beide Formationen sind dem deutschsprachigen Hip-Hop verpflichtet und verstanden es, das Publikum durch ihren gekonnten Vortrag zu begeistern und mitzureißen.
Einen stimmungsvollen Höhe- und Endpunkt zu später Stunde boten Psycoded und Zoe.Orange mit harmonischen, tanzbaren Elektroklängen, die durch ihre gekonnte Abmischung und eingängige Melodik einen Kontrast zu den harten Beats der Hip-Hop-Acts bildeten und – bei aller Partytauglichkeit – auch zum Chillen und Zuhören einluden. Hier war übrigens die oft erwähnte Technikaffinität der Piraten zu bemerken: Einige saßen vor ihren geöffneten Laptops und taten, was auch immer sie tun mussten.
Das Besondere an diesem Tag war, dass die vorgestellten Werke im Internet heruntergeladen werden können – zur freien Verfügung bei nicht-kommerzieller Verwendung. Der erste Creative-Commons-Day bewies, dass es durchaus Künstler gibt, die bereit sind, ihre Werke einem interessierten Publikum unter einer CC-Lizenz frei zur Verfügung zu stellen, parallel zu einer kommerziellen Verwertung: Kultur muss eben nicht immer eine Frage des Preises sein. Wir hoffen auf eine Wiederholung dieser interessanten und sehr unterhaltsamen Veranstaltung im nächsten Jahr.
Und hier die präsentierten Werke bzw. Künstler im Überblick:
Wahlwerbespot Piratenpartei – Christopher Grabinski
Free Culture – Lawrence Lessig
Under the Black Rainbow – Christian Günther
No Copy – Jan Krömer, Evrim Sen


Was ist eigentlich aus Star
Was ist eigentlich aus Star Wreck geworden? War auf den Flyern noch drauf, wurde aber nicht gezeigt...
DAS musst Du die Orga fragen.
DAS musst Du die Orga fragen. Aber ich nehme an, es waren Zeitprobleme.
CCday
Hier war übrigens die oft erwähnte Technikaffinität der Piraten zu bemerken: Einige saßen vor ihren geöffneten Laptops und taten, was auch immer sie tun mussten.
Dies empfand ich als extremst unhöflich.
Zu einem Event/Party kommt man um sich auszutauschen und Spaß zu haben.
Auf die Mattscheibe kann man auch Zuhause starren.
Ich fand das charmant
Vielleicht haben einige Piraten einfach eine andere Vorstellung von Party. Ich jedenfalls fand es witzig, dass der Dancefloor umfunktioniert wurde.
Und kommunikativ war es allemal - trotz aufgeklappter Laptops.
Deswegen schrub ich ja auch,
Deswegen schrub ich ja auch, dass wir das mit dem Partyverhalten noch etwas üben müssen. ;)
Viele Grüße
Anne