Politische Zensur im Internetcafé Saturn Hamburg?

Parteien ausgesperrt

Als zahlender Kunde eines Internetcafés scheint man vor Zensur nicht gefeit zu sein – zumindest dann nicht, wenn es sich um das Internetcafe eines Saturn Elektronikfachmarkts in Hamburg handelt. Dort wird die Software SquidGuard mit einem der dort üblichen Filter einsetzt. Doch SquidGuard selektiert und blockt die Webpräsenz der Piratenpartei, ebenso wie Seiten zahlreicher weiterer Parteien. Auf Nachfrage der PIRATEN erklärte Saturn Hamburg, dass es sich um einen bedauerlichen Fehler gehandelt habe, der umgehend behoben worden wäre.


Fern von der Frage, wieso ein Internetcafé politische Seiten blockt und somit seine Kunden entmündigt, zeigt sich hier ein grundsätzliches Problem von Internetfiltern: Jegliche Filterung von Inhalten kommt einer Bevormundung gleich. Solche Zensurmaßnahmen sollten sich erwachsene Bürger nicht bieten lassen. Dass umfangreich Seiten nahezu aller Parteien mit den Hinweis auf den Schutz der Jugend geblockt werden, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Die Piratenpartei möchte anhand dieses Beispiels klar machen, dass keinem Filter getraut werden sollte, den man nicht selbst aufgestellt hat. Einer dritten Partei zu trauen, für einen selbst zu entscheiden, führt wie in diesem Beispiel zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wir appellieren entsprechend an alle Internetcafés, die von ihnen eingesetzten Filter genauestens zu überprüfen. Denn der Ruf, ein Gegner von Bürgerrechten zu sein, kann schnell zum wirtschaftlichen Ruin beitragen.

Dieselbe Problematik, die wir beim “Zugangserschwerungsgesetz” vorfanden, finden wir hier im Kleinen. Filter werden letztendlich immer missbraucht, um unliebsame Meinungen auszulöschen. Diese Problematik erkannte auch der BGH als er das “Zugangserschwerungsgesetz” aburteilte. Es gilt, das Übel endlich an der Wurzel zu packen und jegliche Internetfilter im öffentlichen Raum zu verbieten.

 

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Vielen Dank an Stefan Körner vom BzV Oberpfalz der Piratenpartei Deutschland für diesen Artikel!

Anmerkung: Aufgrund eines Inhaltlichen Fehlers wurde dieser Artikel überarbeitet. Nicht nur die Internetpräsenzen der Piratenpartei, sondern auch sämtliche von uns geprüften Präsenzen anderer Parteien waren betroffen.

Politische Zensur in Internetcafes ...

Hallo liebe Gemeinde,

also ich sehe diese Problematik nicht so, wie mein Vorredner. Auch ich habe ein Tochter, die ca 3 mal in der Woche online ist. Ich bin der Meinung, es sollten schon gewisse Internetfilter in öffentlichen Internetcafe`s, aber auch zu Hause am eigenem Rechner installiert sein und wenn es "vor allem" zum Schutz unserer eigenen Kinder ist. Das das ein oder andere Internetangebot doch mal "durchrutscht" ist doch ganz selbstverständlich, aber immer noch besser als wenn die Kids mit ein paar Mouse-Klicks rausfinden, wie man Bomben baut, sich einen Schuss setzt und Auto`s knackt oder in Brand setzt. (siehe Hamburg im Jahre 2010).
Sachlich über das Thema "Internetfilterung und Entmündigung" zu reden macht mehr heil als kaputt ....

LG
Postfix

Natürlich kann man auf seinem

Natürlich kann man auf seinem eigenen privaten Rechner gerne Filtersoftware installieren. Man sollte sich aber immer bewusst sein, dass diese Programme nicht perfekt sind.

Aus diesem Grund ist es besser, wenn man - gerade bei jüngeren Kindern - die Kinder beim Surfen im Web begleitet. Zu diesem Thema kann man die Aktion "Schau hin was Deine Kinder machen" empfehlen. 

Aber um zum Thema zurückzukommen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass Filtersoftware häufig unwirksam ist. Sie verhindert nicht wirklich, dass man an bestimmte Informationen gelangt und behindert höchstens dabei, das Gewünschte durchzuführen (wie z.B. Parteiarbeit fernab der Heimat). Medienkompetenz ist stattdessen gefordert. 

Und: Die Erschwerung, an bestimmte Infos zu kommen, ist nicht die Lösung. Man muss die Ursachen bekämpfen. Man muss dafür sorgen, dass die Leute gar nicht erst in eine Situation kommen, in der sie harte Drogen nehmen oder vandalieren. Die Ursachen gilt es zu beseitigen. Der Versuch der Verhinderung der Auswirkungen über Filter ist dagegen reine Symbolpolitik.